Spartak S440/445                           

Über

Skoda S440 /445 SPARTAK

Produktion: von 1955 bis 1959, 84792 Fahrzeuge Motor: wassergekühlter OHV-4-Zylinder Reihenmotor Hubraum: 1089ccm
Leistung: 29,4 kW (40 PS), Bremsen. Trommelbremsen Länge/Breite/Höhe: 4065/1600/1430 mm Geschwindigkeit: 110km/h
In den 1950er Jahren bestand das Pkw-Programm von Skoda lediglich aus der  1201-Reihe, deren technische Ursprünge noch aus der Vorkriegszeit stammten. In dieser Zeit setzten die Automobilhersteller aus dem Westen mit dem französischen Renault 4CV, dem VW Käfer, dem Fiat 500 oder dem Citroen 2CV auf Kleinwagen die die Menschen mobiler machen sollten. Da auch Skoda so ein Automobil bieten wollte, die Entwicklung des tschechischen Volkswagens jedoch im Jahr 1955 noch vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen würde, entschloss man sich zur Entwicklung eines Zwischentyps. Am 19.Dezember 1953 wurde den Behörden bereits ein erster Prototyp vorgestellt, doch unter der Haube des mit weichen Linien gezeichneten Wagens werkelte immer noch der alte Motor des 1102. Als Name und Verheißung des eisernen Willens hinter dem eisernen Vorhang wählte man für das Auto die Bezeichnung Spartak. Seine Vorstellung wurde symbolträchtig auf den 1.Mai des Folgejahres gelegt und erst im Juni kam es zur staatlichen Entscheidung, dass die Produktion in der zweiten Hälfte des Jahres 1955 zu beginnen habe. Als der Wagen dann auf dem Autosalon in Brüssel präsentiert wurde, hieß er nicht mehr Spartak, sondern Orlik. Kurze Zeit darauf verschwand auch dieser Name; was blieb, war ein Škoda 440, “440” für vier Zylinder und 40 PS. Auch wenn der Zwischentyp 440 wegen seines Preises und seiner Stückzahl kein echter Wagen für das Volk wurde, machte ihn seine Formschönheit und die solide Bauweise beliebt. Der Name SPARTAK überlebte über die Jahrzehnte  im Bewusstsein der Menschen  und wird noch  heute für die Typen S 440/445 verwendet. Die ersten S440 wurden ende Oktober ausgeliefert, diese gelangten jedoch nicht in den freien Verkauf, sondern gingen nur an Besitzer eines Kaufscheins, die unter der Kontrolle der Kommunistischen Partei durch die Gewerkschaften und Staatsorgane ausgestellt wurden. Die viele Jahre wartenden Gutscheininhaber wurden jedoch bitter enttäuscht. Für 27.450 Kronen bekamen sie nur eine abgespeckte Version mit emaillierten Stoßstangen, Radkappen und Kühlergrill, verchromt waren nur die Scheinwerferzierringe. Diese Autos verfügten nur über einen Scheibenwischer, hatten keine Heizung und die Hinterachse wurde ohne Stoßdämpfer ausgeliefert. Unter Protesten wurden die November-Autos aufgewertet und bekamen zusätzlich eine Sonnenblende auf der Fahrerseite. Typisches Merkmal der für das Inland bestimmten Wagen war der Schalthebel auf dem Mitteltunnel. Der S440 Export hatte Verchromte Stoßstangen, Radkappen, Kühlergrill und längere Leisten an den Kotflügeln, sowie Chromleisten an der Kotflügeloberkante, einen Kofferraumhandgriff. Der Schalthebel war in der Exportausführung als Lenkradschaltung ausgeführt.